Willem C. Vis Moot

Was ist der Vis Moot?

Im nunmehr 25. Jahr findet 2017/18 der alljährliche Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot statt. Hierbei handelt es sich um simulierte Gerichtsverhandlungen, in der Studierende als Anwälte auftreten und in vorbereitenden Schriftsätzen sowie mündlichen Verhandlungen für die Interessen ihrer fiktiven Mandanten streiten. Derartige Wettbewerbe sind seit langem fester Bestandteil der angloamerikanischen Juristenausbildung, gewinnen aber auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung.

Der von der Pace University New York und den Vereinten Nationen veranstaltete Moot Court stellt für Jura-Studenten eine besonders attraktive Möglichkeit dar, Praxiserfahrungen zu sammeln. Denn mit inzwischen über 350 teilnehmenden Universitäten aus mehr als 70 Staaten ist der Willem C. Vis Moot Court der weltweit größte Wettbewerb im Internationalen Wirtschaftsrecht. Hauptsponsor ist die Handelsrechtskommission der Vereinten Nationen (UNCITRAL). Relevante Rechtsgebiete sind das UN-Kaufrecht (CISG) sowie das Recht der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit und das internationale Privatrecht. Entsprechende Vorkentnisse sind allerdings nicht erforderlich. Die Rechtsgebiete werden vielmehr durch Workshops am Anfang des Moot Semesters erschlossen.

Studentische Teams unserer Fakultät nehmen seit den frühen Anfängen des Wettbewerbs am Vis Moot teil. Diese von Professor Berger begründete Tradition reicht nun bereits mehrere Jahrzehnte zurück.  Kölner Teams haben seitdem ohne Unterbrechung erfolgreich an der "Olympiade des internationalen Wirtschaftsrechts" teilgenommen.

Vorteile des Willem C. Vis Moot

Internationalität

Der englischsprachige Wettbewerb beginnt Anfang Oktober mit der Erstellung des Klägerschriftsatzes, der Anfang Dezember einzureichen ist. Von Januar bis Mitte Februar ist dann der Beklagtenschriftsatz zu verfassen. Im Anschluss beginnt das intensive, videounterstützte Rhetoriktraining in Zusammenarbeit mit 10-15 namhaften Anwälten internationaler Kanzleien. Außerdem finden Proberunden mit Teams anderer Universitäten (London, Paris, Harvard) und so genannte PreMoots z.B. in Paris, Budapest, Moskau, Belgrad und New York statt.
Anfang April reist das Team für 10 Tage zur mündlichen Endrunde nach Wien/Hongkong, bei der sich alle Teams treffen. Regionale Vorausscheidungen gibt es beim Vis Moot nicht. Im Finale zwischen den beiden besten Teams entscheiden dann in der Wirtschaftspraxis tätige Professoren, Richter und Anwälte, wer sich „Best Overall Team” nennen darf. Des Weiteren werden auch Preise für die besten Schriftsätze und besten Einzelvortragenden vergeben, so dass neben den rechtlichen Belangen auch die rhetorischen Fähigkeiten der Kläger- und Beklagtenvertreter bewertet werden.

Weitere Infos unter The Vis Moot Experience sowie Das Moot Semester im Überblick.

Bedeutung für Ausbildung und Praxis

Die Teilnahme eröffnet die Möglichkeit, das internationale Handels- und Schiedsverfahrensrecht intensiv kennen zu lernen, ein Gebiet das im alltäglichen Jurastudium kaum Beachtung findet. Darüber hinaus dient die Teilnahme an dem Wettbewerb dem Erwerb einer Reihe von Fähigkeiten, die in der juristischen Praxis von entscheidender Bedeutung sind. So erhalten die Teilnehmer intensives Rhetoriktraining mit Videoanalyse, erwerben fachspezifische Englischkenntnisse sowie die Fähigkeit, im Team zu arbeiten, und entwickeln bereits im Studium anwaltliches Denken.
Im Rahmen der Teilnahme an dem Moot Court werden Kontakte zu internationalen Großkanzleien und führenden ausländischen Universitäten geknüpft, die sich im Hinblick auf den Erwerb eines LL.M. nach dem Studium in Deutschland oder den Berufseinstieg als sehr nützlich erwiesen haben.

Weitere Infos unter Zusatzqualifikationen und Kompetenzen sowie Einstieg in die Praxis.

Anrechenbarkeit im Studium

Seit Januar 2006 erkennen die Justizprüfungsämter in NRW die Teilnahme an Moot Courts im Rahmen von § 25 Abs. 2, Satz 1 Nr. 5 JAG an, d.h. das für den Moot Court aufgewendete Semester bleibt im Hinblick auf den Freiversuch unberücksichtigt.

Bei Teilnahme am Willem C. Vis Moot wird ein Nachweis erteilt über:

  • Schlüsselqualifikation
  • fremdsprachige rechtswissenschaftliche Veranstaltung i.S.v. § 7 Abs. 1 Nr. 3 JAG
  • Seminarschein nach Kölner Promotionsordnung
  • zudem besteht die Möglichkeit, zusätzlich zum Freisemester im darauffolgenden Semester eine Klausur im Schwerpunktbereich 6 (Internationales Privat-,  Wirtschafts- und Verfahrensrecht) zu schreiben, die sich auf die Rechtsgebiete des Moot Courts (UN-Kaufrecht und Internationales Schiedsverfahrensrecht) bezieht.

Weitere Infos hier.

Erfahrungsbericht

Erfahrungsberichte finden sich hier.